Dr. Kleemann-Zuchtausleseprüfung 2026 in Merzen
Der Fränkische Verein Deutsch-Kurzhaar e.V. entsendete zur diesjährigen Dr. Kleemann-Zuchtausleseprüfung 10 Gespanne nach Merzen.

Leo und Lotte von der Königsleite waren zwei dieser Gespanne. Am Mittwoch machten wir uns auf den Weg. 650 km hatten wir vor uns. Leo´s Führer Erwin hatte eine Autopanne und kam dann leider verspätet direkt zum Hotel.
Ich konnte mit Lotte dankenswerter Weise noch Übungsgänge im Revier von Manni Tuma (Führer von Dina KS und Jenny von der Königleite) in Lemförde absolvieren. Dort kam Lotte an Fasane, Rehe und Hasen. Sie zeigte Vorstehen, Gehorsam und eine ansprechende Suche. Sie war m. E. auf dem Punkt vorbereitet.
Am Donnerstag dann großes Hallo! Viele bekannte Gesichter – wir wurden so gastfreundlich aufgenommen. Eine tolle Stimmung – der Klub Artland-Emsland hat alles gegeben!
Die Aufregung war natürlich auch da.
Der Griff in den Los-Topf: Gruppe 26 – Hund Nr. 1 – passt – das war mir nur recht. Richterobmann Gerd Schad. Super ! Gerd ist ein langjähriger Richter mit viel Erfahrung. Hund Nr. 2 in der Gruppe 26 „Erbse von Böhlgrund“ mit Führer Florian Stern – ein weiterer fränkischer Vertreter, mit dem ich auch in den Übungsgruppen zusammen gearbeitet hatte. Florian war nicht begeistert…..“Da muss ich mich ja mit Lotte messen lassen – ach du Sch..e!“. Wir hatten hier noch unseren Spaß!
Am Nachmittag dann die Zuchtschau. Lotte konnte anl. der letztjährigen IKP den Formwert V2 erreichen. Die Richter bestätigten ihr – ohne jeglichen Mängel – den mitgebrachten Formwert V.

Auch Erbse erhielt den Formwert V.
Die Teilnehmer des DK Franken haben ihre Hunde gekonnt vorgestellt – das haben wir geübt. Lotte kam dieses Mal nicht in die Endauswahl…….schade…..aber wichtiger ist die Leistung! Leo erhielt den mitgebrachten Formwert SG. Bei den Rüden wurden die Formwerte reihenweise von V auf SG gesetzt, was nicht jeder Außenstehende verstand!
Der Knox KS von der Königsleite –Sohn „Unkas vom Grasnitzbründl“, der im Vorjahr V1 an der IKP war, erhielt den Formwert SG! Boss vom Elbblick – ebenso ein Knox-Sohn – mehrfach V1 auf DK-Zuchtschauen, mehrfach V auf VDH-Ausstellungen, erhielt ebenso vom gleichen Formwertrichter „SG“. Ohne Kommentar
So ging es bei bescheidenem Wetter am nächsten Morgen um 8.00 Uhr ans Wasser.
Mit Lotte und den anderen Vertretern aus Franken haben wir wirklich fleißig an Weihern geübt, die viel Schilf hatten. Der Hund musste ohne Fehl und Tadel im Schilf „ackern“. So manche Schnittverletzung ergaben sich in der Übungssaison…..aber die Hunde gingen im Wasser! Auch an einem für die Hegewald-Prüfung vorgesehenen Gewässer wurde geübt. Wir haben uns von den DD-Leuten nur Lob anhören dürfen.
Dann kamen wir am Wasser an: Größe hat gepasst – aber kein Schilfhalm, kein Gras……oh je – etwas überhängende Äste von den Bäumen am Rand!

Lotte wurde angesetzt und an die rechte Uferseite geschickt – was sie ablieferte….sie suchte am Wasserrand ab. Das gleiche zur anderen Seite hin….immer mit Nackenwind. Daraufhin entschied man, dass man besser von der anderen Seite des Gewässers die Hunde ansetzen sollte. Angesetzt und gearbeitet. Irgendwann war es dann für die Richter ausreichend…..der Weiher war umrundet….was sollte ein Hund mehr tun. Nebenbei….Lotte war einmal am Gegenhang ausgestiegen und stand vor… da strichen hörbar zwei Fasane auf und flogen ab……dahinter ein Gatter mit Kühen…mir war gar nicht wohl dabei….aber sie war total gehorsam und führig. Der Revierführer bestätigte – hier sind immer Fasane im Hang….
Dann die Arbeit an der lebenden Ente….irgendwann durfte ich Lotte ansetzen. Sie überwand einige Meter im Wasser, stieg dann aus. Was soll das? Na die Ente war ausgestiegen….was ich ja nicht wußte. Lotte fand sie nach ca. 60 m am Wasserrand, griff die Ente, brachte diese, setzte sich gehorsam vor mich und gab nach Befehl aus. Die Ente wurde nochmals geworfen, es wurde geschossen, bringen ohne Mängel. Danke an André für das Video….eine nette Überraschung.
Urteilsverkündung O-Ton: „Du hast 4,4“.
Es kam Erbse und Florian an die Reihe. Sie machte ihre Arbeit wohl auch zur Zurfriedenheit der Richter….ich habe es nicht gesehen……Urteilsverkündung „4,4“.
Die beiden anderen Mitstreiter schieden am Wasser aus. Wir konnten leider nichts sehen – wußten auch nicht warum. Urteilsverkündung: „Ausgeschieden!“
Nun fragte ich den Obmann: „Die beiden Mitstreiter fahren nicht mit ins Feld. Wollen wir noch ein Gruppenfoto machen, bevor sie uns verlassen?“ Antwort: „Auf´s Foto kommen nur die erfolgreichen Gespanne“!
O.K….ich bin weder Obmann, noch habe ich irgendwas an diesem Tag zu sagen…..also hab ich mich kurz von den Mitstreitern verabschiedet – ging ins Auto – und folgten dem abfahrenden Revierführer.
Unser Revierführer hatte total liebevoll eine Brotzeit, Getränke, Kaffee etc. im Auto mitgebracht. Dafür gab es keine Zeit. Umsetzen ins Feld.
Jetzt galt es! Dankenswerter Weise begleitete uns André Kretzer mit ans Wasser und ins Feld. Er hatte Lotte anl. der Zuchtschau vorgestellt, da ich mit meinem Fußproblem keine gute Vorstellung hätte machen können. Er wollte sich das Ganze in aller Nähe mit ansehen.
Mit Schmerzmittel gedopt, mit Tape ausgerüstet, starteten wir die erste Suche im niedrigen Raps. Lotte untersuchte bei jeder linken Wendung den angrenzenden Heckensaum. Der Revierführer gab an, dass dort wohl die Hasen bei diesem Wetter zu finden seien. Aber wir sollten nach Geheiß des RO den Acker absuchen.
Leider kamen wir an kein Wild. Hund annehmen – nächster Hund. Auch Florian und Erbse fanden kein Wild.
Suchengang 2 – wir waren ja nur noch zu zweit…
Der Revierinhaber und der Obmann sahen einen Hasen laufen – er wechselte in die Hecke. Hund schnallen….Lotte in die Hecke – steht vor – Hase flüchtet – Revierführer schießt – Lotte verbleibt und sucht weiter in der Hecke. Danach soll sie einen kniehohen Schlag mit Zwischenfrucht durchsuchen. Bitte am Bach entlang suchen – dort könnten auch Enten liegen, die Lotte vorstehen soll…..aber Enten waren keine auf dem Wasser. Aber ich fand einige Rehlager und war schon gewarnt ! Mit Rückenwind kommt Lotte an einen Junghasen, den sie sofort greift und zuträgt. K e i n Kommando meinerseits. Ich habe mich beim Revierinhaber entschuldigt und habe den Hasen abgetan und ihm übergeben. Zudem habe ich dem Obmann gesagt, dass der Hase wohl krank gewesen sei, sonst wäre er ja bei dem Radau (rascheln der Blätter…..) davon gesaust.
Der Obmann sah mich an und sagte“ Du bist raus – kein Vorstehen – Hase gefangen“. Ich fragte ihn: Sie war bislang nicht ungehorsam – so soll ich ans Auto ??? Antwort „Ja“. Und ab diesem Zeitpunkt – obwohl ich bis zum bitteren Ende in der Gruppe mitgefahren bin, wurde mit mir k e i n Wort mehr gewechselt.
Der vierte in der Gruppe – Erbse – machte dann das Feld noch zu Ende – kein Wildvorkommen. So wurde das Revier gewechselt. Auch hier habe ich die Gruppe begleitet, denn es ist absolut unsportlich und unkameradschaftlich, eine Prüfung vor dem Ende zu verlassen!
Die vierte Suche der Hündin habe ich vom Parkplatz aus gut einsehen können. Erbse zeigte die Suche ihres Lebens…..ich fragte mich jedoch warum sie mal rechts und dann mal links suchen sollte. Der Führer wurde vom RO so geschickt – so der Führer. Sie kam an Hühner, die sie vorstand, an Fasan – den sie vorstand und an Hase. Es wurde mehrfach geschossen. Der Revierinhaber hat sich alle Mühe gegeben und hatte im Nachgang bestätigt, dass Erbse die beste Suche von fünf Hunden gezeigt hatte, die in seinem Revier gelaufen wären…..
Kurze Besprechung im Feld – aber ich kannte natürlich den Inhalt nicht – ich war zuweit weg.
Der Führer kam zum Parkplatz – ich wollte ihn zum „KS“ gratulieren, da winkt er ab und sagte mir – Suche reicht nicht. N a c h dem vierten Suchengang wurde dies so mitgeteilt. Kein offenes Richten bis dahin…..So ein Mist! Also auch durchgefallen.
Nun hatte ich erwartet, dass am Parkplatz eine Urteilsverkündung vorgenommen wird und uns die einzelnen Noten für Suche, Nase etc. mitgeteilt wird. Aber weit gefehlt! Der Richterobmann setzte sich ins Auto und fuhr davon (???!!!???). Eine Mitrichterin konnten wir vor dem Wegfahren noch stoppen und fragen – wie es weitergeht. Sie teilte uns mit, dass der Obmann mit den Mitrichtern ins Suchenlokal zur Notenabgabe fährt!
Ehrlich – ich habe das in über 20 Jahren noch nie erlebt. Wir Prüflinge standen da wie die begossenen Pudel. Wir waren in diesem Moment zu nichts fähig. Eine Welt ist über uns zusammengebrochen!
Keine Möglichkeit, sich zu den Zensuren zu äußern – denn die haben wir nicht erfahren.
Wir mussten das sacken lassen…..durchgefroren, durchnässt – haben wir uns in einem Cafe zusammen gesetzt. Meine Mitstreiter rieten mir zu einem Einspruch w/Ungehorsam am Wild. Einmal dürfe der Hund ja Ungehorsam zeigen. Es wurde an der Richterbesprechung noch hingewiesen, dass aufgrund der örtl. Hasenkrankheit auch Hasen ohne Fluchtverhalten vorkommen können.
Von meinem Vater – Gott hab ihn seelig – habe ich gelernt: Richterspruch ist Richterspruch! Drei Verbandsrichter stehen gegen einen Prüfling. Einen Einspruch lege ich (als Verbandsrichter) n i c h t ein! Aber ich weiss – Lotte hat nichts falsch gemacht!
Dann haben wir uns doch auf den Weg zum Suchenlokal gemacht. Der Obmann war bereits nach Hause abgereist, Noten haben wir nicht erfahren. Noch dachte ich an eine schlechte Note im Gehorsam am Wild. Viele Mitglieder – auch Präsidiumsmitglieder – kamen auf mich zu…..der Rauswurf ist nicht berechtigt – lege Einspruch ein.
Aber die Notenvergabe war bereits 1 Stunde vorbei…..lt. Ansage bei der Richterbesprechung war die Einspruchsfrist eh vorbei…..also trage es mit Fassung Ilona – es ist eine Fehlentscheidung, die Lotte den KS-Titel kostet. Zudem hätte ich eh noch zwei Suchengänge absolvieren müssen!
Gegen 18.00 Uhr erhielten wir dann die ersten Ergebnislisten. Lotte erhält in der Suche 4, in der Nase 4, Wasser 2x 4 und Vorstehen „0“. Da ist mir der Kragen geplatzt! Obwohl am Wasser Fasan vorgestanden (haben die Richter vielleicht nicht gesehen), im Feld Hasen vorgestanden…..Vorstehen 0.
Das trifft mich in meiner Ehre!
Während des Abends versuchte mich der RO anzurufen………….am Festabend rief ich unter Zeugen zurück. Dass ich zu Unrecht aus der Prüfung genommen wurde, war mein Fehler – hätte ja Einspruch einlegen können. Aber die Note 0 im Vorstehen wäre wohl ein Fehler des Prüfungsbüro´s – so der RO! Außerdem entschuldigt er sich bei mir – er habe wegen meines „Rauswurfs“ einen Fehler gemacht. Aber es hätte ja in den kommenden Suchengängen noch etwas passieren können……………………………
So sachlich als möglich in dieser Situation habe ich den RO aufgefordert, wenigstens den Fehler bei der Note Vorstehen zu berichtigen……………………….dies ist bislang noch nicht erfolgt.
Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Wir sind dieses Mal wirklich gerichtet worden.
Ich habe schon viele große Prüfungen geführt. Vom Durchfallen bis zum Suchensieg war bei IKP und Kleemann alles dabei. Durchfallen ist für niemanden schön – man ärgert sich total und es fließen sicherlich Tränchen – nicht nur bei mir. Aber wenn man aus einer Prüfung herausgenommen wird, ohne dass der Hund einen gravierenden Fehler gemacht hat, ist echt hart. Daran habe ich wirklich im Moment richtig zu kauen…………und ich weiss auch nicht, ob ich es überwinde und jemals an einer IKP und Kleemann führen werde. Zudem weiss ich nicht, ob es mit Gesundheitszustand zulässt.
Ich weiss gar nicht, ob sich jemand vorstellen kann, wie es in mir aussieht! Als Vorsitzende des DK Franken kamen wir mit einer 30 Köpfigen Mannschaft, alle Hundeführer (insgesamt 10! ) wurden im Vorfeld von mir so gut es ging unterstützt. Von der Zimmerreservierung im total schönen Hotel, vom gemeinsamen Üben im Feld und Wasser – wie es eben ging, vom gemeinsamen Üben zur Zuchtschau – ich habe dies alles gerne auf mich genommen.
Wir hatten eine ganz tolle Truppe, die mich letztendlich „auffing“….Danke an Kathrin Meyer, die die ganze Rückfahrt gemeistert hatte – ich war nicht in der Lage……………….Danke an alle für den Zuspruch……die kennen alle meine Lotte.
Herzlichen Glückwunsch an Leo KS von der Königsleite, der die Leistung, zu dem diese Hunde fähig sind, zeigen konnte und dies auch mit einer 4h im Vorstehen bestätigt bekommen haben. Hier mein Dank als Züchterin an diese faire Richtergruppe!


Glückwünsche an die Knox KS von der Königsleite Kinder: Unkas KS vom Grasnitzbründl, Jura KS Frankonia, Boss KS vom Elbblick! Glückwunsch an das Keno KS von der Königsleite Kind Jule KS vom Hirschenacker……Unser Königsleite-Blut lebt in diesen Nachkommen weiter!




Danke an Thomas Boyer und sein Team! Es war eine toll organisierte Prüfung! Auf den Zustand der Gewässer hattet ihr keinen Einfluss. Der Sommer war vielerorts zu trocken. Ich hätte mir Schilf gewünscht – dann hätte Lotte mehr zeigen können…..aber war so. Wir hatten so tollen Revierführer, bei denen ich mich nicht einmal mehr bedanken konnte……auch alle anderen Führer von Franken haben mir das widergespiegelt.
Alle anderen – auch die nicht bestehen konnten – haben mir gesagt, dass sie mit den Richterurteilen leben können – war alles in Ordnung und nachvollziehbar. Die meisten hatten gut besetzte Reviere – wir leider nicht.
Der Festabend war toll organisiert. Das Büfett war super – die Tombola klasse – die Flinte ging an einen Führer aus Franken, der leider nicht bestehen konnte….zumindest ein Trostpflaster für ihn.
Also dem Ausrichter höchstes Kompliment.
Nur wir – Florian Stern mit seiner Erbse und ich mit meiner Lotte – haben die A-Karte gezogen……….
Nun – ein Gruppenbild der Gruppe 26 wird es nicht geben – hat ja niemand bestanden……vielleicht haben sich die Richter ablichten lassen.
Und ob ich meine jungen Führer künftig motivieren kann an solchen Prüfungen teilzunehmen, weiss ich persönlich heute noch nicht. Im Moment steckt die Enttäuschung tief.
Aber ich befürchte……..es wird sich nichts ändern. Und die Zensuren werden unkorrekt veröffentlicht!
Allen, die mit mir und Erwin (Leo) mitgefiebert haben, die uns Trainingsmöglichkeiten eröffnet haben, meinen aufrichtigen Dank! Ihr habt uns klasse unterstützt!
Eine traurige, zutiefst enttäuschte DK-Führerin
Ilona Inzelsberger